Samstag 17. August 2013, bei schönem Sommerabendwetter

Der Bau der Schützenstube 1993 (hier zum Album:  Bau der Schützenstube 1993) war 20 Jahre später der Anlass für dieses Jubiläum. Daniela hat uns wieder einmal mehr ausgezeichnet bekocht.

Pressespiegel zum 125-Jahre Jubiläum

Schweizerische Schützenzeitung 18.11.1999

Schützengesellschaft Lupsingen

Die Schützengesellschaft Lupsingen feierte den 125. Geburtstag mit einer neuen Fahne und einer neuen Standarte

wjh.

Zu den Klängen des Fahnenmarsches und umrahmt von den Fahnen der Dorf- und eingeladenen Schützenvereine wurde das neue Banner entrollt. Mit den besten Wünschen für den kommenden Einsatz am Eidg. Schützenfest 2000 würdigten die Repräsentanten der Kantonalschützengesellschaft Baselland, des Bezirksschützenverbandes Liestal und der Patensektion Seltisberg die neu eingeweihte Fahne. Das moderne, schnörkellose Design zeigt ein durch grafische Elemente aufgelockertes Ziel, unverkennbar eine Schützenscheibe. Diese ist flankiert vom Gemeindewappen, dem aufrechten, rotbewehrten blauen Wolf auf gelbem Grund (aus dem Buch "Die Gemeinden beider Basel und ihre Wappen", Ketty & Aleandre). Sie soll die «Lupsibärger» Schützen auf ihrem weiteren Weg als sichtbares Zeichen gelebter Kameradschaft und Einigkeit durch Freud' und Leid begleiten.

Aktive Schützen - nicht nur im Dorf

Die Verbundenheit mit dem Dorf, oberhalb Liestal an der Grenze zum Kanton Solothurn gelegen, wurde sowohl vom Gemeindepräsidenten Ueli Scheidegger wie auch von der Musikgesellschaft und dem Turnverein bestätigt. Letztere profilierten sich als Gastgeber und Unterhalter für die mehr als 150 Besucher des Jubiläumsanlasses in der Mehrzweckhalle, während die Musikanten für den nicht wegzudenkenden feierlichen Rahmeın sorgten. Aktiv haben sich die Schützen aber auch in den Verbänden engagiert. So der Verfasser der Festschrift, Peter Dürrenberger, als Mitglied im Bezirks- und Kantonalvorstand, den er auch während zehn Jahren präsidierte. Vereinspräsident Hanspeter Lüdin ist seitjahren Mitglied des Kantonalvorstands.

«Eintracht macht stark - Gegründet 1. Mai 1874»

DieserText auf der ersten Vereinsfahne bestätigt das Gründungsjahr. Bücher sind bis 1926 leider keine mehr vorhanden. Die von Peter Dürrenberger, Ehrenmitglied der SG Lupsingen, verfasste und gestaltete 24-seitige Festschrift wurde auszugsweise von Ehrenmitglied Hans Rudolf Tschopp und dem Vizepräsidenten Thomas Dürrenberger präsentiert. Bereits 1753 wurde in Lupsingen auf Scheiben geschossen. Dies ist auf einer «Büchel››-Zeichnung zu sehen. Man geht davon aus, dass Angehörige des Schweizer Regiments im Dienst der französichen geübt haben. Man weiss aus Urkunden, dass Einheimische Dienste für Frankreich geleistet haben. Es ist verbrieft, dass ein gewisser Johannes Tschudin in 16Tagen zu Fuss von Paris heimgekehrt ist. Die ersten, von 16 Schützen unterzeichneten Statuten des «freiwilligen Schiessvereins›› wurden am 24. Juli 1864 dem Regierungsrat zur Genehmigung zugestellt. Am 1. August bewilligte dieser die leihweise Abgabe von vier Jägergewehren und 90 Patronen, je zehn für die bei der Miliz eingeteilten Mitglieder. Das war der Anfang.

1898 erste Schiessplatzsorgen

Es ging um die Umsetzung der vom Waffenchef der Infanterie (kant. Militärdirektion) verlangten Verlegung des Schiessgeländes. Der heutige, wahrscheinlich dritte Standort, wird seit zirka 80 bis 90 Jahren genutzt. Erstmals 1935 wird von Verhandlungen über den Bau einer Schiesshütte berichtet, die Realisierung lässt aber bis 1949 auf sich warten. 1958 wird eine Kehrscheibenanlage, von der SG Muttenz geschenkt, gebaut. 1987 kamen vier elektronische Scheiben dazu und 1993 wurde die gemütliche Schützenstube eingeweiht. Mehr als 2500 Stunden. Frondienst wurden geleistet.

Und weiter gehts

Nach der bisherigen, konstanten und manchmal bewegten Entwicklung des Vereins geht die SG Lupsingen einer positiven Zukunft entgegen. Die stattliche Zahl von Ehrenmitgliedern und besonders verdiente Schütz die für ihre Verdienste mit eiinem Ehrenkranz ausgezeichnet werden, sind Garant dafür. Das wünschte sich nicht nur Hanspeter Lüdin, sondern auch alle Gratulanten. Es ist alles da, was es braucht. Willige Schützen, ein fünfköpfiger Vorstand, gesunde Finanazen, ein einwandfreies Schützenhaus und auch der Nachwuchs.

 

Basellandschaftliche Zeitung vom 11.11.1999 

Neues Banner entrollt

FAHNENWEIHE / Zu ihrem 125-Jahr-Jubiläum hat die Lupsinger Schützengesellschaft eine neue Fahne eingeweiht. 

LUPSINGEN. Ein feierlicher Moment war es: Zum Klang des traditionellen Fahnenmarsches schwenkten die vollzählig aufmarschierten Dorfvereine und die Schützen aus den Nachbardörfern ihre Palmen, als am letzten Samstagabend' auf der Bühne der Mehrzweckhalle die Schützengesellschaft Lupsingen ihre neue Fahne und ihre Standarte entrollte. Golden ist der Grund des neuen Banners, rote und blaue Segmente greifen ins Bild, das von den Kreisen der Schützenscheibe durchzogen ist. Der Wolf, das blaue Wappentier der Gemeinde, reckt seine Krallen, und wem das nicht gefallen will, dem zeigt er zudem seine rote Zunge.

Die Schützen waren schon vor 1874 aktiv

Im Jahr 1874, vor 125 Jahren also, ist die Schützengesellschaft Lupsingen offiziell gegründet worden. Doch bereits zuvor waren die Schützen im Dorf aktiv, wie aus einer Notiz in der Heimatkunde hervorgeht. Eigene Gewehre hatten sie damals noch nicht zu Hause. War ein Schiessen angesagt, ersuchten sie jeweils die Regierung, ihnen einige Gewehre zukommen zu lassen. lm geselligen Kreis genossen die feiernden Schützen unter der Leitung von Präsident Hanspeter Lüdin am Samstag ihr Abendessen, das ihnen von den Turnern des Dorfes zubereitet und serviert wurde. Mit fröhlichen Klängen eröffnete die Musikgesellschaft die Feier und mit Show-Einlagen bereicherten die Aktivriegen des Turnvereins das Fest. Was die Damen an Gymnastik auf die Bretter der Bühne legten, das zeugte nicht nur von einer Beweglichkeit, die nur in langen Trainingsstunden zu erwerben ist, sondern vor allem von einem Wachen und pfiffigen Sinn für choreographisch attraktive Bilder. Die Aktivturner dagegen setzten das alte Spiel von «Räuber und Polizist» in eine Produktion von Sprüngen, Überschlägen und Gerätedisziplinen um. Als Mafia-Bosse erschienen die einen, als hinterher hastende Polizisten die anderen Turner.

Anekdoten und Geschichten rund um die Schützen 

Was sich in der Lupsinger Schützengesellschaft alles an Anekdoten und Geschichten in den vergangenen 125 Jahren gesammelt hatte, das trugen H. R. Tschopp und Thomas Dürrenberger ihren Gästen vor. Von Lupsingern in fremden Diensten wussten sie zu berichten, oder vom Problem, im kleinen Gemeindebann einen geeigneten Schiessplatz zu finden. Von der gelungenen Feier wird in der Bevölkerung- wohl noch lange die Rede sein. (ruf)

Oberbaselbieter Zeitung vom 10.11.1999

Neue Fahne für die SchützengeseIIschaft Lupsingen

rf. Die alte Fahne der Lupsinger Schützen liege auf der Intensivstation, war am letzten Samstagabend in der Mehrzweckhalle des Dorfes zu erfahren. Ob sie noch zu retten sein werde sei noch gar nicht so sicher. Doch die Lupsiberger Schützen haben vorgesorgt. Sie haben sich eine neue Fahne entwerfen lassen, und aus verschiedenen Skizzen haben sie ihre Wahl getroffen. Eine gute Wahl wars, davon konnten sich die Gäste der Fahnenweihe am Samstag überzeugen. Auf goldenem Grund ragen blaue, rote und schwarze Segmente ins Fahnenbild. Natürlich sind die Kreise der Zielscheibe klar zu erkennen. Denn schliesslich gehts bei den Schützen darum, zu treffen. Auch der Wolf vom Gemeindewappen hat seinen Platz gefunden. Zornig zeigt er seine Krallen und der ganzen Welt streckt er die Zunge heraus. Wie sich die Lupsingen Bevölkerung mit so einem Vieh anfreunden konnte, bleibt schleierhaft. Anlass zur Fahnenweihe war das Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen der Schützengesellschaft Lupsingen. 1874 ist sie offiziell gegründet worden, und schon zuvor scheinen die Schützen aktiv gewesen zu sein. Aus der Vereinsgeschichte trugen H. R. Tschopp und Thomas Dürrenberger Anekdoten und Episoden vor. Der Turnverein des Dorfes sorgte mit einer reichlich dosierten Bernerplatte für einen soliden Beginn der Jubiläumsfeier. Die Musikgesellschaft war für einen beschwingten Auftakt besorgt. Die Aktivturnerinnen und die -turner bewiesen mit schmissigem Produktionen nicht nur ihre Beweglichkeit, sondern auch ihren Sinn für attraktive Sketches. Dass die eigentliche Weihe der neuen Fahne - sie war übrigens von ihrer kleinen Schwester, der Standarte, begleitet - zu den Klängen des traditionellen «Fahnenmarsches» vor sich ging, das versteht sich von selbst. Die Fahnen der Dorfvereine und der befreundeten Schützengesellschaften erboten ihren wehenden Gruss und der stolze Fähnrich präsentierte das goldschimmernde neue Banner. Die Palme möge die Schützen der Gesellschaft zu frohen Feiern und zu erfolgreichen Festen begleiten - das ist der Wunsch. den die Gäste dem neuen Lupsinger Schützenbanner mit auf den Weg gaben.

Aus der BZ 1974

100 Jahre Schützengesellschaft Lupsingen

Gut Schuss für des zweite Jahrhundert

wm. «Fass den Zielpunkt scharf ins Auge, zieh die Flinte eingepresst, greif den Kolbenhals und sauge deine Hand am Holze festl» Mit dem Schützenspruch Carl Friedrich Wiegands schloss Ernst Dürrenberger als früherer Präsident der Schützengesellschaft Lupsingen und als heutiges Ehrenmitglied seine eindrückliche Jubiläumsansprache. Die Lupsibärger Schützen nämlich konnten am Samstagabend zusammen mit den Ortsvereinen und der Bevölkerung frohgemut das hundertjährige bestehen ihrer Schützengesellschaft feiern. Das geschah in der Mehrzweckhalle, die mit Blumen und Flaggen unwahrscheinlich schön herausgeputzt worden war und in der sich auf das Zeichen «Vorhang auf— frei die Manege» die Ehren- und verdienten Mitglieder dieses jugendlich gebliebenen Schiessvereins, die Musikgesellschaft Lupsingen und die hübschen Ehrendamen in voller Pracht präsentierten.

Früher in der freien Natur geschossen

Nach dem rassigen Eröffnungsmarsch der Lupsinger Gemeinde-Bigband konnte OK-Präsident Peter Dürrenberger viel Prominenz begrüssen. Diese freute sich mit den Schützen über das glücklich vollendete erste Jahrhundert der Gesellschaft, über deren Anfänge mangels Protokollen allerdings nicht besonders viel gesagt werden kann. Sie wurde in einer Zeit gegründet, als im Baselbiet die Schützenvereine fast wie Pilze aus dem Boden schossen: Von 1870 an gab der Kanton Baselland den Rekruten das gefasste Vetterli-Repetiergewehr nach Hause, so dass sie ausserdienstlich Aug‘ und Hand für das Vaterland üben konnten. Wie Ernst Dürrenberger in seiner Festansprache ausführte, habe man ganz am Anfang vom „Grüngli“ Richtung „Sonnhalde“ geschossen. Nachher wurde der Scheibenstand unterhalb des „Wolflochs“ errichtet. Geschossen wurde früher im Freien - bei Regenwetter ein zweifelhaftes Vergnügen! Obgleich die Schützengesellschaft Lupsingen eigentlich immer schwach bei Kasse war (es gibt nichts Neues unter der Sonne), konnte sie im Laufe der Zeit ihre Anlagen ausbauen, 1942 mit einer von 366 auf 290 heruntergemarkteten Materialhütte, und Weil es 1948 den Lupsibärger Schützen zu dumm wurde. beim Schiessen im Freien „dr Römischmathys“ und so aufzulesen, bauten sie ein Jahr später für 4'769 Franken das heutige Schützenhaus (man lasse die Zahl 4'769 in genussvollem Schmerz auf der Zunge zergehen!). Den Kehrscheibenstand erstellte man mit viel Fronarbeit 1958. Die heute noch benützten Scheibenzüge stammen vom alten Muttenzer Scheibenstand. Der ganze Stand kam nach Abzug der Subventionen die Gemeinde Lupsingen auf rund 17 000 Franken zu stehen.

Von der Flinte zur automatischen Waffe

Dürrenberger gab auch einen kurzen Abriss über die Entwicklung der Schiesswaffen, die nach der Ära von Pfeilbogen und Armbrust 1350 bis 1830 in der Form von Büchsen und Flinten benützt wurden. 1830 bis 1865 waren die Vorderlader-Präzisionswaffen, die man heute an Banntagen mitführt, aktuell. 1865 bis 1869: Hinterladerwaffen ohne Magazin, 1869 bis 1960 Gewehre mit Magazin, 1960 automatische Waffen. Die Schützengesellschaft Lupsingen hat nach den Ausführungen Dürrenbergers auch zahlreiche Anlässe und Schützenfeste erfolgreich hinter sich gebracht. Hier nannte er mit besonderer Genugtuung das Jubiläumsschiessen „100 Jahre Schützengesellschaft Lupsingen“, das sowohl von der Beteiligung als auch vom finanziellen Erfolg her als voller Erfolg gewertet werden darf.

Wiederholungskurse zu wenig streng?

Die Schützen hätten auch in der Gemeinde Lupsingen zur Entwicklung unseres Staatswesens viel beigetragen, meinte Ernst Dürrenberger, weil man an den Schützenfesten nicht bloss geschossen, „sondern auch politische Reden geführt habe“. Nach einigen Gedanken zum Freiwilligen Schiesswesen vertrat der Festredner „as chleine Gfreite vo dr Schwyzer Armee“ (wie er sich selber bezeichnete) die Wohl nicht absolut populäre Meinung, in den militärischen Wiederholungskursen wäre von den Soldaten im Interesse eines bessern Ausbildungsstandes und einer bessern Kondition mehr zu fordern. „Die letschten EK hai bi eus ehnder imene Ferielager glichen ass inere soldatischen Ertüchtigung“, sagte er in seiner Ansprache, die er mit Carl Friedrich Wiegands „Schützenspruch“ („Nimm genau gestrichenes Korn!“) schloss.

„Ansehnlicher Stab von Schützenkameraden“

Im weitern Teil des Abends verwandelte sich die Bühne der Lupsibärger Mehrzweckhalle in einen Maxi-Blumenladen: Mit Freude und Herzlichkeit sowie mit Hilfe der Ehrendamen konnte OK-Präsident Peter Dürrenberger zahlreiche verdiente Kämpen der jubilierenden Schützengesellschaft „zum Ritter schlagen“. Stellvertretend für alle geehrten Mitglieder nenne ich „die ganz alte Garde“: Emil Rudin, Hermann Mangold und Erhard Rudin. Es regnete Auszeichnungen und Herbstmaien-„ und die Ehrendamen-Schmützli verkauften sich auch in Lupsingen so gut wie Ehrendamen-Schmützli! Im Laufe des Blumenfestivals von Lupsibärg wurden auch sechs stramme Schützen zu neuen Ehrenmitgliedern ernannt: Willi Rudin, Max Rudin, Paul Dürrenberger, Erwin Mangold, Max Schneider und Heinz Dettwiler — sie werden sich der ihnen zuteilgewordenen Ehre würdig erweisen!

Gratulanten „mit Couverts“

Sie erschiene-n die Gratulanten, allen voran Gemeindepräsident Wilhelm Rudin, mit Worten über die Probleme, die das freiwillige Schiesswesen bringt und die man miteinander lösen müsse. Aber auch „mit Couvert“, wie der Vertreter des Bürgerrats. Ebenfalls „mit Couvert“ der Frauenverein, die Kantonalschützengesellschaft Baselland, der Bezirksverband Liestal oder „der Dachverband“ der Lupsibärger Dorfvereine. Und trotz dieser „Couverts“ fragt sich der ahnungslose Laie, warum die Banken der Heimat kein Geld mehr hätten…

 

Es war eine schlichte, aber eindrückliche und schöne Lupsibärger Jubiläumsfeier, die den Schützen bestimmt für den Schritt ins zweite, Jahrhundert das Rückgrat und so gestärkt hat. Schmissig beschlossen wurde der Jubiläumsabend nach den „Alten Kameraden“, durch Darbietungen der übrigen Ortsvereine. Theaterverein, Damenriege und Turnverein zeigten, dass im schönen Lupsingen die Kultur noch nicht ausschliesslich vor dem Fernseh-apparat stattfindet. Gut, Schuss, liebe Lupsibärger Schützen, für die nächsten hundert Jahre!