Legendären Ruf hatten die Schützenreisen in den Zeiten, in denen Privatautos überhaupt nicht vorhanden oder zumindest noch rar waren. Am 28.3.1977 hat unser Ehrenpräsident Hermann Mangold folgendes geschrieben und an der damaligen Jahresversammlung vorgetragen:

«Werte Schützenfreunde! Ein Stück altes Geschehen der Lupsinger Schützen möchte ich für spätere Zeiten Euch übergeben. Es wurde schon immer bemängelt, dass keine Aufzeichnungen von Ereignissen der alten Schützen niedergeschrieben, vorhanden seien. Gewiss ist dies Tatsache, weil ich mich selbst überzeugen konnte lt. Protokollen und sonstigen Aufzeichnungen. /ch habe mich deshalb bemüht, die in früheren Jahren gemachten Reisen der Schützengesellschaft, die bei mir noch in bester Erinnerung sind, aufzuzeichnen. Als Organisator und Leiter amtete jeweils Ernst Schneider, der uns in vorzüglicher Weise die Bergwelt wachrief. Es sei noch festgehalten, da in früheren Zeiten noch wenig Postautos verkehrten, so wurden wir per Leitenwagen auf die Bahnstation Liestal geführt und wieder nach Hause gebracht. Damals waren noch grosse Fussmärsche zu bewältigen, um ans gesetzte Ziel zu gelangen, so zum Beispiel so 6 bis 70 Stunden pro Tag bei den grössten Touren, aber es hat sich gelohnt auszuharren und niemals war ein Ausfall zu verzeichnen. Ja damals war man besser gewohnt zu laufen als heute, die bequemen Bergbahnen fehlten und so war man gezwungen auf Schusters Rappen zu bestehen. An den Unterkunftsstätten nach dem Nachtessen bei einem guten Glas Wein wurde die gute Kameradschaft angehoben und von Müdigkeit war kaum noch etwas zu verspüren. Bei Gesang, Musik, Witzen und sogar wurde von einzelnen ein Tänzchen geschwungen, nicht mit Bergschuhen sondern in den Socken, denn die Böden damals waren wie heute mit Bergnägeln eine grosse Belastung und die Spuren wären nicht zu verwischen gewesen. So waren wir nach feuchtfröhlichen Gelagen wieder gut im Schuss. Blöterliwasser wurde selten gesehen, denn der Stimmungsmacher Wein war zur Unterhaltung angetan, denn die Stimmungsmacher und Humoristen, Rudin Erhard, Mangold Albert und Leuenberger Ernst, trugen dazu bei, die Müdigkeit zu vergessen. Ein neben mir sitzender Berggängeräusserte sich bei mir, der die Unterhaltung angehört hatte, schon lange sei es her, so eine fröhliche Gesellschaft angetroffen zu haben und seine Lachmuskeln hätten wieder einmal Bewegung erhalten, dafür wolle er aus Dankbarkeit des fröhlichen Abends, uns mit einem Schlummertrunk belohnen. Ich könnte noch vieles aufzählen was alles passiert ist auf unseren Reisen, doch es würde zu weit führen alles niederzulegen, doch eines steht fest, Kameradschaftsgeist herrschte in ausgezeichneter Form. Es wäre in der heutigen Zeit sehr nötig, wenn solcher Geist wieder in den Reihen der Schützen einkehren würde und das Einzelgängertum verscheuchen würde, ja das ist bald gesagt, aber heute ist eine andere Zeit hereingebrochen und hat vieles vom Alten zunichte gemacht und ist leider nicht mehr zu ändern.

Euer alter Schützenkamerad Hermann Mangold»

Ein paar Routen von damals waren: Engstlenalp-Grosse Scheidegg-Faulhorn-lnterlaken, Eggishorn-Mörel-Brig, Seealpsee-Säntis, Gfellalp-Lötschenlücke-Goppenstein, Andermatt-Chur-Arosa, Wengen-Kleine Scheidegg-Grindelwald, Gemmi-Hotel Wildstrubel-Leukerbad, Weisstannen-Hotel Gemsli-Foopass-Elm.

Dies ist nur eine kleine Auswahl, noch viele andere Destinationen wären aufzuführen.

Nach einem längeren Unterbruch wurde in den 80er Jahren die Tradition der Schützenreisen wiederbelebt; so zum Beispiel nach Bürchen im Wallis, nach Mutten, auf's Stockhorn und in's Tessin «strada alta» Allerdings nicht mehr mit solch anstrengenden Fussmärschen wie früher. Aber lustig war es auch in der «Neuzeit» allemal.

Im Jahre 1987 ging folgende Einladung an die Mitglieder der Schützengesellschaft Lupsingen:

Schützen-Schützenreise 1987

Liebe Schützenkameraden

Wie bereits an der Generalversammlung angekündigt, führt uns die diesjährige Schützenreise ins Tessin. Genauer: Die Wanderung der "Strada alta". Nachfolgend möchte ich Euch das Reiseprogramm bekanntgeben. Wenn Dich diese Wanderung intereswsiert und Du gerne dabeisein möchtest, bitte ich Dich, den entsprechenden Anmeldetalon bis spätenstens Ende Juni 1987 zurückzusenden.

 

Reisedatum: 12./13. September 1987
 Treffpunkt: 06:15 Uhr bei der Bushaltestelle Lupsingen
 Reiseplan:
1. Tag: Lupsingen ab 06:29h Bus
  Liestal an 06:44h  
  Liestal ab 07:02h Bahn
  Airolo an 09:50h  
  Airolo ab 10:15h Bus
  Piotta cent. an 10:25h  
  Piotta cent. ab 10:35h Seilbahn
  Altanca an 10:40h  
  Wir wandern anschliessend von Altanca über Ronco - Deggio - Lurengo - Freggio nach Osco (ca. 3Std.)
 
  Osco ab 17:03h
(18:56
Bus
  Faido an 17:16h
(19:09
 
Übernachtung in Faido in der "Albergo Milano". Abendessen und Frühstück im Hotel.
2.Tag: Faido
Osco
an
ab
07:33h
07:56h
Bus
Wanderung von Osco über Calpiogna - Rossura - Tengia zu den Alphütten von Sorsello nach Anzonico (ca. 3 ½ Std.)
  Anzonico ab 15:29h Bus
  Lavorgo an 15:55h  
  Lavorgo ab 16:29h Bahn
  Airolo an 16:56h  
  Airolo ab 17:08h  
  Liestal an 19:56h  
  Liestal ab 20:07h Bus
  Lupsingen an 20:20h  

Im Jahre 1986 ging folgende Einladung an die Mitglieder der Schützengesellschaft Lupsingen:

Einladung Schützenreise 1986

Liebe Schützenkameraden

Wie an der Generalversammlung 1985 beschlossen wurde, findet die Schützenreise 1986 am 27./28. September 1986 statt. (ohne Frauen, gemäss Generalversammlungsbeschluss)

Alle sind recht herzlich eingeladen. Es kann auch ein guter Freund oder Nachbar angemeldet werden.

Reiseroute

Samstag, 27.9.1986 07.00 Uhr Lupsingen - Bern - Gurnigelpass Wasserscheide (1905 müM.)
  ca. 10.00 Uhr Beginn der Wanderung über den Leiternpass auf das Stockhorn (2190 müM.) Marschzeit ca. 5 Std. mit Seilbahn nach Erlenbach(728 müM.)
  ca. 17.30 Uhr Ankunft in Erlenbach. Mit Bus ins  Berggasthaus Gsässweid (1350 müM.) Nachtessen, gemütlicher Abend und Uebernachten (Massenlager)
Sonntag, 28.9.1986 08.00 Uhr Morgenessen
  ca. 09.30 Uhr Abmarsch Gsässweid - Wimmis ca. 2 Std. Marschzeit. Weiteres Programm je nach Witterung und Zustand der Teilnehmer

Wichtig:

Für Teilnehmer die am Samstag, 27. September die Marschroute von 5 Std. Bergpfad zu streng erscheint, besteht die Möglichkeit einer Alternativroute: Erlenbach (Talstation Stockhornbahn) mit Luftseilbahn bis Chrindi (Mittelstation 1642 müM.), dann leichte Wanderung über Hinterstocken - Oberstocken - Stockhorn (Marschzeit 2 Std.)

Alternativ Wanderer und Bergwanderer treffen sich dann wieder auf dem Stockhorn. Anreise und Rest der Reise alle gemeinsam.

Kosten 

  • Reise + Talfahrt Stockhorn . ca. Fr. 55.--
  • Nachtessen, Morgenessen, Übernachtung ca. Fr. 32.--
  • Zuschlag Bergfahrt Stockhorn Fr. 8.40

 Peise sind noch nicht verbindlich.

Weitere Details nach Anmeldung (Proviant, Ausrüstung, usw.)

Reiseroute:

Per Postauto nach Liestal mit der Bahn von Liestal nach Brig-Visp, Postautofahrt von Visp nach Zeneggen.

  • - Kellerbesichtigung eines Walliser Bergbauern.
  • - Wanderung von Zeneggen nach Bürchen ungefähr 1 Stunde mit Mittagshalt und Verpflegung aus dem Rucksack.
  • - Aufenthalt in Bürchen mit wallisernachtessen im Restaurant Ronalp. Uebernachtung und Frühstück am selben Ort (Massenlager)

Sonntagmorgen

 

  • - Abmarsch von Bürchen auf die Moosalp (2100 m.ü. M.) mit Mittagessen aus dem Rucksack.
  • - Fussmarsch nach Törbel rund eine Stunde.
  • - Postautofahrt von Törbel nach Stalden
  • - Rückfahrt mit Bahn Stalden-Visp-Brig-Liestal.